Eine Maschine. Zwei bewährte Welten. Ein neuer hybrider Ansatz.

Warum Gallus bei seiner neuen Druckmaschine auf Technologie von B&R setzt

Flexibilität und Flexibilität zählen zu den zentralen Treibern der Druckindustrie. Die Anforderungen der Kunden verändern sich kontinuierlich, während die Auflagenlängen durch Just‑in‑Time‑Produktionsmodelle, kürzere Lieferzeiten und eine zunehmende Variantenvielfalt sinken. Gleichzeitig gewinnen Kostenkontrolle und Wirtschaftlichkeit weiter an Bedeutung. Die Gesamtbetriebskosten rücken zunehmend in den Mittelpunkt von Investitionsentscheidungen, wodurch Effizienz und Anlagenverfügbarkeit wichtiger sind als je zuvor.

Diese Herausforderungen standen im Fokus bei der Entwicklung der „Gallus Five“ durch die Gallus Group, einen weltweit führenden Anbieter in der Entwicklung, Produktion und Vermarktung von Druckmaschinen für die Etiketten‑ und Verpackungsindustrie. Die neue Maschine kombiniert Flexodruck mit digitalem Inkjet‑Druck und nutzt gezielt die jeweiligen Stärken beider Technologien. Der Flexodruck übernimmt die statischen Bildelemente und überzeugt durch einen effizienten Farbeinsatz, hohe Flächendeckung sowie die Verarbeitung von Sonderfarben. Der Digitaldruck deckt die variablen Inhalte ab und ermöglicht eine hohe Detailgenauigkeit. Die Automatisierungstechnologie von B&R bildet das Rückgrat der neuen hybriden Druckmaschine und unterstreicht den adaptiven Ansatz, der erforderlich ist, um den aktuellen Herausforderungen der Druckindustrie zu begegnen.

Das Konzept: Eine Kombination aus zwei bewährten Welten

Mit der Gallus Five hat Gallus bewusst einen evolutionären statt eines disruptiven Ansatzes gewählt. Anstatt eine vollständig neue Plattform zu entwickeln, wurden zwei Technologien kombiniert, die sich bereits im Markt bewährt haben. Die neue Druckmaschine vereint die digitale Flexibilität der Gallus One mit der mechanischen Robustheit und der modularen Architektur der Gallus Labelmaster.

Im Zentrum der Gallus Five steht das neue, hochpigmentierte Heidelberg‑Saphira‑UV05‑Tintenset, das von HEIDELBERG und Gallus im eigenen Haus entwickelt wurde. Es ist vollständig LED‑härtbar und ermöglicht Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min – ein zentrales Merkmal, das die Gallus Five deutlich von der Gallus One abhebt.

Das Hybridkonzept von Gallus sieht vor, mehrere konventionelle Druckwerke durch ein einziges leistungsfähiges digitales Druckwerk zu ersetzen. Dadurch reduziert sich der Rüstaufwand erheblich, und auch kürzere sowie variablere Aufträge lassen sich wirtschaftlich realisieren. Gleichzeitig bleibt die modulare Maschinenstruktur erhalten, die für stabile Prozesse in industriellen Produktionsumgebungen erforderlich ist. Die Gallus Five ist vollständig in das „System to Compose“ von Gallus eingebettet – ein modulares Baukastenkonzept, das es ermöglicht, Druck‑, Weiterverarbeitungs‑ und Veredelungstechnologien auf einer gemeinsamen Plattform zu kombinieren. So kann die Maschine exakt auf aktuelle Anforderungen ausgelegt werden, während gleichzeitig die Möglichkeit besteht, sie später an veränderte Märkte, Anwendungen oder Produktionsstrategien anzupassen oder zu erweitern.

Die Herausforderung: Anpassung an eine Branche im Wandel

Die Entwicklung der Gallus Five wurde maßgeblich durch grundlegende Veränderungen im Etiketten‑ und Verpackungsmarkt geprägt. Kundenanforderungen werden dynamischer, Auflagenlängen sinken, und die Anzahl der SKUs steigt kontinuierlich. Gleichzeitig stehen Betreiber unter wachsendem Druck, schnell, zuverlässig und kosteneffizient zu produzieren.

„In diesem Umfeld sind die Gesamtbetriebskosten zu einem entscheidenden Faktor bei Investitionsentscheidungen geworden. Anlagenauslastung, Umrüstzeiten und die Reduzierung von Ausschuss sind heute ebenso wichtig wie Druckqualität und Geschwindigkeit“, erklärt Dario Urbinati, CEO der Gallus Group.

Eine vollständige Festlegung auf rein digitale oder rein konventionelle Produktionsmodelle kann die Fähigkeit einschränken, flexibel auf veränderte Marktanforderungen zu reagieren. „Die Gallus Five wurde als Antwort auf genau diese Herausforderung konzipiert. Durch die Kombination hoher digitaler Flexibilität mit industrietauglicher Produktivität ermöglicht sie es Anwendern, ihre Produktionsstrategien anzupassen, ohne Effizienz oder Wirtschaftlichkeit zu verlieren. Sie bietet Endkunden die Möglichkeit, in einem volatilen Markt reaktionsfähig zu bleiben und gleichzeitig die Leistungsanforderungen volumengetriebener Anwendungen zu erfüllen“, ergänzt er.

Mit Hybriddruckgeschwindigkeiten von bis zu 100 m/min verschiebt die Maschine den wirtschaftlichen Break-even‑Punkt für digitale Hybridproduktion auf rund 10.000 Laufmeter und macht diesen Ansatz damit auch für volumenorientierte Märkte attraktiv. Insgesamt lassen sich Produktionsstrategien so flexibel anpassen, ohne Abstriche bei Effizienz, Prozessstabilität oder Wirtschaftlichkeit hinnehmen zu müssen.

Das Motto: Eine adaptive Maschine

Von Beginn an wurde die Gallus Five auf eine zentrale Anforderung ausgelegt: einen durchgängig stabilen Materialfluss durch die Maschine sicherstellen.

„In der Etikettenproduktion hängen Qualität und Produktivität entscheidend von der präzisen Synchronisation von Materialtransport und Bewegungssteuerung ab – insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten“, erklärt Ronny Guber, Global Industry Segment Manager Printing bei B&R.

„In diesem Umfeld sind die Gesamtbetriebskosten zu einem entscheidenden Faktor bei Investitionsentscheidungen geworden. Anlagenauslastung, Umrüstzeiten und die Reduzierung von Ausschuss sind heute ebenso wichtig wie Druckqualität und Geschwindigkeit“, erklärt Dario Urbinati, CEO der Gallus Group.

Um dies zu gewährleisten, setzt Gallus auf eine eng integrierte Automatisierungsarchitektur, die eine exakte Abstimmung aller Achsen relativ zur Bahn sicherstellt. Modularer Maschinenaufbau und flexible Optionshandhabung waren daher von Anfang an zentrale Bestandteile der Systemarchitektur und keine nachträglichen Ergänzungen. Die Automatisierungstechnologie von B&R bildet das Rückgrat dieses Konzepts. Die Gallus Five nutzt eine kompakte, leistungsfähige Steuerungsarchitektur auf Basis von X20‑Steuerungen, ACOPOSmulti‑Servoantrieben, integrierter Sicherheitstechnik sowie eines kundenspezifischen HMI‑ und Industrie‑PC‑Konzepts. Die verteilten Steuerungsschränke der Druckwerke sind über das POWERLINK‑Echtzeitnetzwerk sowie den 750‑V‑DC‑Zwischenkreis des Mehrachsantriebssystems verbunden. Dies unterstützt den modularen Maschinenaufbau und reduziert gleichzeitig den Verkabelungsaufwand. Das Automatisierungskonzept ermöglicht eine optimale Nutzung der Hardware‑Ressourcen bei gleichzeitig hoher Skalierbarkeit, sodass Maschinenkonfigurationen auch nach der Inbetriebnahme angepasst, erweitert oder aufgerüstet werden können.

Der Prozess: Vom technischen Konzept zum betrieblichen Nutzen

Für Endkunden übersetzt sich das technische Gesamtkonzept der Gallus Five, unterstützt durch die Technologie von B&R, in konkrete betriebliche Vorteile. Die Kombination aus Hochgeschwindigkeits‑Digitaldruck und flexibler Automatisierung reduziert Rüstzeiten deutlich und vereinfacht Umstellungen, sodass sowohl kurze als auch lange Auflagen wirtschaftlich produziert werden können, ohne Einbußen bei der Produktivität. Gleichzeitig sorgt der hohe Automatisierungsgrad für stabile, reproduzierbare Prozesse bei industriellen Geschwindigkeiten, reduziert Ausschuss und erhöht die Gesamtanlageneffektivität.

Zusätzliche Effizienzgewinne ergeben sich aus Energieeinsparungen und geringerem Verbrauchsmaterialeinsatz. Das vollständig LED‑härtbare Tintensystem senkt den Energiebedarf für die Aushärtung um rund 50 Prozent, während die höhere Pigmentierung den Tintenverbrauch reduziert. In Kombination mit der Reduzierung von Druckplatten und dem damit verbundenen Rüstabfall trägt dies zu niedrigeren Betriebskosten und einer verbesserten Nachhaltigkeit bei. Über diese quantifizierbaren Effekte hinaus bietet die modulare Architektur der Gallus Five die notwendige Flexibilität, um auf neue Anwendungen und Marktanforderungen mit minimalen Eingriffen in bestehende Produktionsprozesse zu reagieren.

Die Zukunft: Eine Plattform, die mit der Branche Schritt hält

Mit der Gallus Five hat Gallus nicht nur eine neue Druckmaschine vorgestellt, sondern seine langfristige Plattformstrategie konsequent weitergeführt. Basierend auf einer durchgängigen Automatisierungsarchitektur und vollständig integriert in das System to Compose ist die Lösung darauf ausgelegt, sich mit veränderten Produktionsanforderungen weiterzuentwickeln. Gallus setzt seit 2009 über das gesamte Portfolio hinweg auf Technologie von B&R – eine Grundlage, die auch zukünftige Weiterentwicklungen unterstützt, von Software‑Updates bis zur Integration zusätzlicher Technologien.

Für Anwender bedeutet dies eine Investition in eine Maschine, die nicht auf ein einzelnes Produktionsmodell festgelegt ist, sondern auf Anpassungsfähigkeit ausgelegt wurde.In einer Branche, die von kontinuierlichem Wandel geprägt ist, bietet die Gallus Five eine stabile und skalierbare Basis für aktuelle Anforderungen ebenso wie für zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten. Diese langfristige Investitionssicherheit wird durch das breite und konsistente Automatisierungsportfolio von B&R unterstützt. Modulare Hardware, eine einheitliche Softwarearchitektur und offene Schnittstellen ermöglichen es, Maschinenplattformen schrittweise weiterzuentwickeln, ohne bestehende Systeme zu beeinträchtigen – und machen B&R zu einem verlässlichen Technologiepartner für Maschinenhersteller wie Gallus, die ihre Lösungen gleichermaßen auf heutige Anforderungen und zukünftige Entwicklungen ausrichten.

Dario Urbinati

CEO Gallus Group


"In diesem Umfeld sind die Gesamtbetriebskosten zu einem entscheidenden Faktor bei Investitionsentscheidungen geworden. Anlagenauslastung, Umrüstzeiten und die Reduzierung von Ausschuss sind heute ebenso wichtig wie Druckqualität und Geschwindigkeit."

Ronny Guber

Global Industry Segment Manager Printing bei B&R.


„In der Etikettenproduktion hängen Qualität und Produktivität entscheidend von der präzisen Synchronisation von Materialtransport und Bewegungssteuerung ab – insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten.“

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