Wie Software die Planarmotortechnologie neu definiert

Auf den ersten Blick überzeugt B&R’s ACOPOS 6D mit seiner Magnetschwebetechnologie und der dadurch entstehenden kontaktlosen Bewegung der Shuttles. Für Hans‑Peter Kraft ist das jedoch nur ein Teil der Geschichte. Im Interview erklärt er, warum Software eine deutlich größere Rolle dabei spielt, wie Transportsysteme heute arbeiten, sich weiterentwickeln und über den gesamten Lebenszyklus hinweg Mehrwert schaffen – und weshalb die Zukunft der Planarmotortechnologie vor allem durch Software‑Innovationen geprägt sein wird.

1. Vielen Dank, dass Sie sich Zeit für das Gespräch über ACOPOS 6D nehmen. Welche Rolle spielt die Software bei ACOPOS 6D – und warum wird ihr Wert von Kunden anfangs oft unterschätzt?

Viele Kunden nehmen ACOPOS 6D zunächst vor allem als Hardware‑Innovation wahr – sie denken an Segmente und Shuttles und gehen davon aus, dass die Software lediglich eine ergänzende Rolle spielt. Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Erst die Software macht aus der flexiblen Hardwareplattform ein leistungsfähiges, skalierbares Maschinenkonzept. Sie ermöglicht es unseren Kunden, wesentlich schneller von der ersten Idee zum Proof-of-Concept zu gelangen. Layouts und Prozessabläufe lassen sich grafisch entwerfen, Routenführung und Zykluszeiten frühzeitig überprüfen, und der, bei neuen Bewegungskonzepten sonst übliche, Trial‑and‑Error‑Aufwand wird deutlich reduziert.

Auf den ersten Blick überzeugt B&R’s ACOPOS 6D mit seiner Magnetschwebetechnologie und der dadurch entstehenden kontaktlosen Bewegung der Shuttles. Für Hans‑Peter Kraft ist das jedoch nur ein Teil der Geschichte. Im Interview erklärt er, warum Software eine deutlich größere Rolle dabei spielt, wie Transportsysteme heute arbeiten, sich weiterentwickeln und über den gesamten Lebenszyklus hinweg Mehrwert schaffen – und weshalb die Zukunft der Planarmotortechnologie vor allem durch Software‑Innovationen geprägt sein wird.

2. Wenn Sie einen skeptischen Ingenieur in wenigen Sekunden davon überzeugen müssten, dass sich die ACOPOS‑6D‑Softwareplattform lohnt – was würden Sie ihm sagen?

Die Softwareplattform amortisiert sich, indem sie Engineering‑Zeit verkürzt und Risiken bei der Inbetriebnahme reduziert. Mit ACOPOS 6D investieren Kunden nicht nur in Planarmotor‑Hardware, sondern in einen durchgängigen Workflow, der den Engineering‑Aufwand spürbar senkt und die Maschine über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg anpassungsfähig hält.

Erst durch die integrierte Softwareplattform wird ACOPOS 6D zu einem skalierbaren, flexiblen Transportsystem.

3. Wie schätzen Sie den Einfluss von Software auf die zukünftige Entwicklung von Transportsystemen ein?

In den kommenden zehn Jahren werden die größten Entwicklungssprünge bei Transportsystemen weniger darin liegen, Produkte von A nach B zu bewegen, sondern vielmehr darin, wie intelligent und effizient diese Bewegung ausgelegt und genutzt wird. Da sich Planarmotorsysteme mechanisch immer einfacher integrieren lassen, verlagert sich die Differenzierung zunehmend auf die Softwareebene: darauf, wie schnell ein Ingenieur ein Konzept entwerfen und validieren kann, wie zuverlässig sich das System in Betrieb nehmen lässt und wie flexibel es sich im laufenden Betrieb an veränderte Produktanforderungen anpassen lässt. Software ist der Bereich, in dem Kunden Geschwindigkeit, Flexibilität und langfristigen Mehrwert gewinnen – und genau deshalb wird sie der zentrale Innovationstreiber sein.

4. Sie haben angesprochen, dass die Softwareplattform den Weg zu einem funktionsfähigen System verkürzt. Wie wirkt sich das typischerweise auf die Time‑to‑Market aus?

Die Softwareplattform verkürzt die Time‑to‑Market vor allem dadurch, dass sie redundante Arbeitsschritte eliminiert und frühere, qualitativ bessere Entscheidungen ermöglicht. Zentrale Systeminformationen werden von unseren Kunden einmalig im ACOPOS 6D LaunchPad erstellt – darunter Segmentlayout, Verkehrsnetz, Rezepte und Prozessparameter – und anschließend über die gesamte Toolchain hinweg wiederverwendet. Dieselbe Konfiguration kann beispielsweise für Visualisierung und Engineering genutzt werden, anstatt in jeder Projektphase neu aufgebaut und getestet zu werden. Dieses „Configure‑and‑Run“-Prinzip reduziert den Engineering‑Aufwand deutlich und vermeidet die typischen Inkonsistenzen, die Inbetriebnahmen verzögern.

Der größte Effekt zeigt sich in der Regel bei steigender Maschinenkomplexität – etwa bei mehreren Stationen, unterschiedlichen Produktvarianten, häufigen Rezeptwechseln oder hohen Durchsatzanforderungen. In diesen Szenarien unterstützt die Plattform Kunden dabei, schneller zu iterieren, Änderungen früher zu testen und Anpassungen mit deutlich geringerer Unterbrechung umzusetzen. Das verkürzt nicht nur die initiale Projektlaufzeit, sondern reduziert auch den Aufwand für spätere Modifikationen, sodass sich Kunden flexibel auf Marktanforderungen und neue Produkte einstellen können, ohne jede Änderung zu einem Re‑Engineering‑Projekt werden zu lassen. Taken together, the platform improves collaboration, reduces handover friction between roles, and ensures lifecycle value, from the first customer conversation to long-term production support.

5. Wie unterstützt die Softwareplattform die unterschiedlichen Rollen in einem Projekt – von Vertrieb und Konstruktion über Programmierung bis hin zu Betrieb und Service?

Unsere Softwareplattform ist darauf ausgelegt, alle Rollen zu unterstützen, die an der Entwicklung, Umsetzung und dem Betrieb einer ACOPOS‑6D‑basierten Maschine beteiligt sind – und sie durch eine gemeinsame, durchgängige Konfiguration eng aufeinander abzustimmen.

Für Vertrieb und Konzeptteams ermöglicht ACOPOS 6D LaunchPad eine schnelle Layout‑Visualisierung und fundierte Machbarkeitsdiskussionen. Dadurch lassen sich Nutzenargumente gegenüber Endkunden klarer kommunizieren und Anforderungen frühzeitig präzisieren. Maschinenkonstrukteure können bereits in einer sehr frühen Phase Stellfläche, Stationsanordnung und Materialfluss definieren, bevor sie sich auf das detaillierte mechanische Design festlegen. Programmierer und Applikationsingenieure profitieren vor allem von der Wiederverwendbarkeit: Die im ACOPOS 6D LaunchPad erstellten Konfigurationen lassen sich direkt in Automation Studio übernehmen und dort um die anwendungsspezifische Logik erweitern, die die Maschine differenziert – etwa Stationen, Werkzeuge, Qualitätsprüfungen oder Anbindungen an übergeordnete Systeme. Bediener und Instandhalter profitieren von einer sofort verfügbaren Visualisierung und klar aufbereiteten Systeminformationen. Das reduziert den Aufwand bei Inbetriebnahme und Schulung und verbessert die tägliche Bedienbarkeit. Für Service‑ und Support‑Teams stellt ACOPOS 6D Monitor Diagnose‑ und Performance‑Einblicke bereit, die eine schnellere Fehlersuche ermöglichen, Stillstandszeiten reduzieren und eine kontinuierliche Optimierung des Systems unterstützen.

In Summe verbessert die Plattform die Zusammenarbeit über alle Rollen hinweg, reduziert Reibungsverluste an den Schnittstellen und stellt sicher, dass über den gesamten

6. Wie unterstützt die ACOPOS‑6D‑Softwareplattform ein System nach der Inbetriebnahme, wenn sich Anforderungen verändern?

Nach der Inbetriebnahme ist Veränderung der Normalfall: neue Produktvarianten, unterschiedliche Losgrößen, zusätzliche Qualitätsanforderungen oder höhere Durchsatzziele. Die ACOPOS‑6D‑Softwareplattform begleitet Kunden bei diesen Veränderungen, indem sie Anpassungen schneller und mit deutlich weniger Eingriffen ermöglicht.

Auf Basis des gleichen konfigurationsorientierten Ansatzes können Rezepte, Routing‑Strategien und zentrale Parameter angepasst werden, ohne für jede neue Anforderung das Hardware‑Layout neu auslegen zu müssen. Mithilfe von Simulation und Monitoring lassen sich Änderungen vorab validieren, bevor sie breit ausgerollt werden. Updates können anschließend kontrolliert implementiert werden, um die Verfügbarkeit der Anlage sicherzustellen. ACOPOS 6D Monitor schafft dabei operative Transparenz und hilft den Teams zu verstehen, ob eine Änderung den Durchsatz erhöht, Engpässe reduziert oder sich auf den Energieverbrauch auswirkt. So schließt sich der Kreis zwischen Engineering und Betrieb: Verbesserungen werden getestet, umgesetzt, gemessen und weiter verfeinert.

Das Ergebnis ist ein System, das über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg produktiv bleibt und sich gemeinsam mit dem Geschäft des Kunden weiterentwickeln kann.



Schlagworte

Hans-Peter Kraft

Global Product Manager - ACOPOS 6D



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