
Machine Vision im Regelkreis für ausschussfreie Druckproduktion
In der industriellen Druckproduktion ist Präzision entscheidend. Schon kleinste Abweichungen, eine nicht erkannte Druckmarke oder wechselnde Materialien können schnell zu unnötigen Ausschuss, Stillständen und steigenden Kosten führen. Gleichzeitig nehmen die Marktanforderungen weiter zu: kleinere Auflagen, häufige Designwechsel und immer komplexere Verpackungsmaterialien kommen zum Einsatz.
Über viele Jahre hinweg wurde die Druckmarkenerkennung vor allem mit monochromen Visionsystemen umgesetzt. Diese Kameras sind schnell – stoßen jedoch an ihre Grenzen, sobald Farben mit dem Hintergrund verschmelzen oder sich Substrate verändern. Besonders bei glänzenden Folien, transparenten Materialien oder mehrfarbigen Designs wird eine stabile Detektion deutlich anspruchsvoller.

Höhere Anlagenverfügbarkeit und OEE bei reduziertem Materialeinsatz
Der Einsatz von Farbkameras liegt daher nahe. In der Praxis war dies jedoch häufig mit Kompromissen verbunden – etwa bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit, der Systemintegration oder der Synchronisation mit der Druckpresse sowie höheren Kosten, da die Verarbeitung von bis zu dreifach größeren Datenmengen deutlich mehr CPU-Leistung erfordert.
Mit der neuen B&R Color Camera verfolgt B&R einen ganzheitlichen Ansatz. Bildverarbeitung wird nicht als separates System betrachtet, sondern als integraler Bestandteil des Maschinenregelkreises.
Das bedeutet: Bildaufnahme, Datenverarbeitung und Maschinenreaktion sind vollständig synchronisiert. Das Ergebnis ist eine Echtzeit-Druckmarkenerkennung mit zyklusgenauen Prozesskorrekturen – bei Produktionsgeschwindigkeiten von bis zu 500 m/min. Abweichungen werden direkt im Prozess korrigiert, wodurch Ausschuss bereits an der Quelle reduziert wird. Gerade in Anwendungen mit hohen Materialkosten wirkt sich dies positiv auf den ROI aus.
Konstante Qualität trotz variabler Bedingungen
Eine der zentralen Herausforderungen in modernen Druckprozessen ist die hohe Variabilität. Materialien wechseln, Lichtbedingungen verändern sich und Druckdesigns variieren.
Um diese Anforderungen zu erfüllen, passt sich die B&R Color Camera kontinuierlich während des laufenden Betriebs an. Die integrierte Auto-Exposure-Funktion reguliert Belichtungszeit und Kontrast und sorgt so für eine konstante Erkennungsleistung. In der Praxis bedeutet das: weniger manuelle Eingriffe, geringere Abhängigkeit von Bediener-Know-how und insgesamt stabilere Produktionsabläufe.

Machine Vision wird bei uns zu einem integralen Bestandteil des Druckprozesses. Unsere Color Camera ist vollständig in den Regelkreis integriert. Damit liefern wir eine durchgängige Lösung für die Druckindustrie.

Ein Schritt in Richtung autonomer Maschinen
Die enge Integration von Bildverarbeitung, Antriebstechnik und Steuerung eröffnet neue Möglichkeiten für die Automatisierung. Prozesse reagieren nicht mehr nur auf vordefinierte Einstellungen, sondern passen sich dynamisch an reale Produktionsbedingungen an.
Gerade in der Druckindustrie, in der kleinste Abweichungen schnell zu kostenintensivem Ausschuss führen, ist das ein entscheidender Vorteil. Durch unmittelbares Feedback und direkte Korrekturen wird Bildverarbeitung zu einem aktiven Bestandteil des Prozesses – und nicht nur zu einem reinen Kontrollinstrument. Damit vollzieht sich ein klarer Wandel: weg von reaktiver Qualitätskontrolle hin zu proaktiver, Regelkreis-gestützter Prozessoptimierung.