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Interview - Automation Software

"Automation Studio ist sehr offen"

Mit Automation Studio bietet B&R ein einheitliches Werkzeug für alle Aspekte der Automatisierung – von der Entwicklung über die Inbetriebnahme bis hin zur Wartung und Diagnose. Hans Egermeier, Business Manager Automation Software spricht über aktuelle Herausforderungen in der Automatisierungsbranche und neue Funktionen in Automation Studio.

Egermeier Hans #2
Hans Egermeier, Business Manager Automation Software, B&R

Der Anteil des Software-Engineerings an der Entwicklung neuer Maschinen und Anlagen steigt ständig. Vor welchen Herausforderungen stehen Automatisierungswerkzeuge wie Automation Studio vor dem Hintergrund von Industrie 4.0?

Die Anforderungen an Maschinen und Anlagen steigen: höhere Produktqualität, schneller Produktionsgeschwindigkeit, Serienproduktion bei Losgröße 1. Kurz gesagt, die Software muss immer komplexere Aufgaben erfüllen. Wir brauchen Werkzeuge, die mit dieser Komplexität umgehen können. Zugleich muss eine hohe Innovationsfähigkeit gewährleistet werden: Neue Anlagen, Maschinen und Applikationen müssen schnell entwickelt werden und schnell einsetzbar sein. Das heißt auch, dass Software wie Automation Studio ein Maximum an Flexibilität bieten muss.

Mit welchen Funktionen reagiert Automation Studio auf diese anspruchsvollen Herausforderungen?

Es sind weniger einzelne Funktionen, die Automation Studio zum idealen Automatisierungswerkzeug machen: Es geht um das Gesamtkonzept. Wer mit B&R automatisiert, braucht ein einziges Werkzeug: Automation Studio. Es umfasst alle notwendigen Produkte von der Steuerung über die Visualisierung bis hin zur Antriebstechnik, selbst die Sicherheitstechnik ist vollständig integriert. Die Größe der Automatisierungslösung spielt dabei keine Rolle, egal ob Sie eine kleine Maschine oder eine komplette Fabrik automatisieren, Sie arbeiten immer mit demselben Werkzeug. Wenn Sie eine neue Variante einer bestehenden Maschine entwickeln, können Sie einen Großteil der Software wiederverwenden.

Für den Maschinenbauer ist das Engineering nur ein Teil der Arbeit. Wie geht es nach der Entwicklung weiter?

Nicht nur die Entwicklung spielt sich in Automation Studio ab, alle anderen Aufgaben werden ebenfalls in diesem Werkzeug erledigt. Dazu gehört die Inbetriebnahme genauso wie Diagnose und Service. Sogar komplexe Simulationswerkzeuge sind in Automation Studio integriert. Durch modulare und objektorientierte Programmierung ist es möglich, dass trotz aller Komplexität Programmierung und Software einfach und übersichtlich gehalten werden.

Lässt sich mit diesen Mitteln bereits die erforderliche Entwicklungsgeschwindigkeit erreichen?

Nein, dafür ist es zusätzlich notwendig, dass Mechanik, Elektrik und Software nicht mehr nacheinander entwickelt werden. Automation Studio bietet die Möglichkeit, dass diese 3 Engineering-Disziplinen größtenteils parallel arbeiten können. Damit wird viel Zeit gespart. Ein zusätzlicher Zeitvorteil ergibt sich, wenn die Software modular entwickelt wird.

Ist es nicht viel komplizierter, wenn an mehreren Baustellen gleichzeitig gearbeitet wird?

Ja, es ist komplizierter. Durch strukturierte und modularisierte Softwareentwicklung und klar definierte Schnittstellen kann Software jedoch zuverlässig in abgeschlossenen Modulen entwickelt und getestet werden. Die Softwarequalität steigt dadurch sogar. In der Mechanik haben modulare Maschinenkonzepte bereits ihre Leistungsfähigkeit demonstriert. Die bisher meist übliche Entwicklung ganzer Maschinengenerationen kann durch eine sukzessive Weiterentwicklung der einzelnen funktionalen Teile der Gesamtanlage ersetzt werden. Das sorgt für eine kontinuierliche Auslastung der Entwicklungsteams und für eine Verminderung des Drucks, der durch notorisch knappe Fertigstellungstermine entsteht. Wir übertragen diese Modularisierung nun auf die Softwareentwicklung.

Müssen die Entwickler für die parallele Entwicklung extra geschult werden?

Automation Studio ist sehr offen. Wir setzen auf verbreitete Standards, wie IEC 61131 und C/C++. Dadurch kann jeder in seiner bevorzugten Sprache programmieren, zudem kann Software einfach wiederverwendet und ausgetauscht werden. Eine spezielle Schulung für die parallele Entwicklung ist nicht notwendig. Die Offenheit von Automation Studio spiegelt sich auch an anderen Stellen wieder: So lassen definierte Schnittstellen und Formate andere Engineering-Werkzeuge, wie die Simulationswerkzeuge MATLAB und MapleSim oder EPLAN Electric P8 aus dem Bereich E-CAD, einfach ankoppeln. Durch weitere Schnittstellen auf der Steuerung lassen sich Datenbanken und das Internet anbinden. Zudem werden alle gängigen Feldbusse unterstützt. Für die direkte Anbindung an die Leitebene stehen OPC UA, TCP/IP und UDP zur Verfügung. In Kombination mit dem Ethernet-Echtzeitprotokoll POWERLINK, openSAFETY und diversen klassischen Feldbussystemen haben wir damit ein umfassendes Portfolio was die Kommunikation betrifft.

Automation Studio wird laufend weiterentwickelt. Welches sind die aktuellsten Neuerungen?

Wir haben zahlreiche Verbesserungen implementiert, die die Entwicklung neuer Software leichter gestalten. Dazu gehört die vereinfachte Hardware-Projektierung durch einen virtuellen Schaltschrank und eine integrierte Antriebsauslegung. Zudem haben wir das Unit Testing eingeführt – einen strukturierten Test für Software, der ein wesentlicher Teil der Qualitätssicherung ist. Ein weiterer Fortschritt ist die Implementierung von OPC UA, die höchste Integration direkt auf der Steuerung ermöglicht. Zudem haben wir Technologielösungen, zum Beispiel für die Druck- und die Prozessindustrie, implementiert. Diese beinhalten fertige Lösungen für typische Aufgabenstellungen in einer Branche. Damit kann schneller und einfacher entwickelt werden.

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